Linke Liste: “Abschaffung eines Systems in dem unsere Interessen nichts zählen.”
Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte die Linke Liste (LiLi) ihr Wahlprogramm zu den Hochschulwahlen. Inhaltlich setzen die LiLis auf bewährte Themen. Als Grund für schlechte Studienbedingungen sieht man nicht das Versagen der politisch Verantwortlichen sondern den ausufernden Kapitalismus. So bleibt für die Linke Liste die kapitalistische Gesellschaftsordnung mit ihrem aus ihrer Sicht bildungsfeindlichen Charakter auch weiterhin das Grundproblem für die miserable Situation an den Hochschulen.
Abseits dieser Fundamentalkritik, finden sich im LiLi-Programm noch Punkte zur politischen Beteiligung an Hochschulen und zum Bildungszugang. So lehnen die LiLis Studiengebühren und Hochschulzugangsbegrenzungen jeder Art ab. Gleiches gilt auch für die Zulassungshürden bei den Masterstudiengängen. Dagegen fordern sie die Einführung eines kostenfreien Orientierungssemesters für alle Studierenden bzw. Studieninteressierten sowie ein Arbeiterkinderreferat im AStA, um auf deren geringen Anteil an der Hochschulbildung aufmerksam zu machen und studierende Arbeiterkinder zu unterstützen.




Respekt, sich hier samt Foto mit diesen weltfremden Ideen zu präsentieren erfordert Mut.
Abgesehen davon, dass ich die Forderungen fuer totalen Unfug halte, frage ich mich nach der dahinter stehenden Logik.
In welchem Zusammenhang stehen die Forderungen und deren Erfuellung mit der Wahl der LiLi als Vertreter der Studierenden? Welchen Einfluss hat das Trierer Studentenparlament auf unser Gesellschaftssystem und auf die Bundespolitik? Garkeinen möchte man meinen.
Die bösen Unternehmen haben uebrigens auch ein Interesse an guter Bildung. Nur als Beispiel: Meine derzeitige Hochschule wird komplett von Unternehmen finanziert, ich bezahle 0 Euro Studiengebuehren/Semesterbeitrag. Die bösen kapitalistischen Unternehmen ermöglichen mir also ein kostenloses Studium (auf das sie selbst keinen direkten Einfluss haben) in einer Qualität von der Trierer Studenten nur träumen können. Dazu noch jemandem der nicht ihrer “Klasse/Kaste” angehört. Seltsames verhalten. Widerspricht irgendwie eurer Verschwörungstheorie (ok, vielleicht gilt die auch nur in Deutschland).
Ich möchte hier anmerken, dass es sich bei dem oberen Bild um ganz große Kunst handelt – Respekt vor der Ästhetik des Augenblicks!
Wo studierst du denn? Und was?
Ich sehe auf dem Bild Schleichwerbung von Oettinger Bier, Wasa Knäckebrot und Haribo.
Zudem finde ich Rauchen und die dazugehörige Tabakindustrie ziemlich Kapitalistisch.
Danke LiLi für eure Unterstützung im Kampf gegen den Kapitalismus.
So sieht eben das richtiges Leben im Falschen aus!
Weltfremd? Das ist einfach ambitioniert.
Sehr schön!
Die Universität hat keine eigene Geschichte, ihre Geschichte ist die Geschichte des Kapitals.
@Tellerandphobie: Welchen Einfluss hat irgendeine Hochschulgruppe auf die Bundespolitik? – Richtig, keinen!
Ebenso haben die “bösen” Unternehmen ein Interesse an guter Bildung, da sie natürlich gute Arbeitskräfte brauchen.
Meine Stimme der LINKEN LISTE! Yeah, für den Kommunismus, alles für alle!
@Tellerrandphobie: WOW! Wie weitsichtig! Hast Du dich schonmal gefragt, wie es um die Unabhängigkeit deiner ach so qualitativ hochwertigen, kostenlosen Uni und der von ihr angebotenen Lehre steht? Anscheinend nicht, schau Dir mal bitte unter dem Stichwort “Auftragsforschung” an, welchen Einfluss die liiieben braven Samariter-Unternehmen auf die Forschung an Unis wie deinen haben! Studis wie Dich instrumentalisieren Sie, um sich die “wissenschaftliche Wahrheit”, die sie für Ihre Ziele benötigen, zu erkaufen.
@ Jens: Wirtschaftswissenschaften in Stockholm
@ KarlKapital:
Absolut richtig, sie haben keinen Einfluss und es ist auch nicht ihre Aufgabe Bundespolitik zu betreiben. Deswegen sind die Vorhaben auch deplatziert und helfen den Studierenden in Trier keinen Millimeter in ihren Alltag weiter.
@ stef: Absolute Unabhängigkeit gibt es nicht und ist daher eine Illusion (der hier scheinbar einige Träumer nachhängen). Nur als Beispiel: Wenn der sehr geehrte Herr Filc in Trier seine politischen Ansichten breit tritt und damit Studierende im Grundstudium beeinflussen zu versucht, sollte man das Unabhängigkeit nennen?
Meine Hochschule ist offiziell unabhängig – natuerlich ist aber klar, dass die fördernden Unternehmen einen indirekten Einfluss haben. Man muss ausserdem klar zwischen Grundlagenforschung und Auftragsforschung (die auch bezahlt wird, ich sehe hier nicht das Problem) unterscheiden – hier wird beides betrieben, was bei dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften auch nicht anders möglich ist. Wie bitte soll eine anwendungsfreie BWL existieren? Unternehmen sind Teil unseres Lebens – welches Problem die Linke damit hat kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Man muss nicht immer das Böse sehen, wie einige Verschwörungstheoretiker es tun. Vielleicht geht es einigen Unternehmen auch nur um eine gute Ausbildung und nicht um Hirnwäsche, Instrumentalisierung und andere Hirngespinste.
@ Tellerrandphobie
Du machst im Prinzip also eine Ausbildung, für die du kein Geld bekommst, seh ich das richtig?
Du lernst in einer Institution, die von einer Firma bereitgestellt wird, sodass diese Firmen später von deinem Humankapital profitieren können.
Und genau das ist das Stichwort: Profit.
Es geht den Unternehmen doch nicht in erster Linie um “gute Bildung”. Sie wollen doch nicht, dass du weißt, wie es Menschen in Entwicklungsländern geht, woher sie ihren Profit haben um dir dein Studium zu ermöglichen oder ob sie irgendwelche Leichen im Keller haben. Sie wollen “gute Bildung” nur in den Wirtschaftswissenschaften. Außerdem erzeugen sie Dankbarkeit (wie man an deinen Beiträgen sieht), sie erziehen Menschen, um sie später gewinnmaximierend einsetzen zu können. Dein spöttisches “seltsames Verhalten.” fällt auf dich zurück. Es geht nämlich nicht um Verschwörungstheorien und “böse Kapitalisten”. Es gibt keinen Widerspruch. Nur, dass du vielleicht meinst, dass sie das aus “Nächstenliebe” oder sonstwas tun, obwohl sie natürlich ein Eigeninteresse haben. Wenn ihnen die Mitarbeiter ausgehen stehen sie blöd da. So funktioniert das System, oder möchtest du da widersprechen?
Und welche Probleme ich z.B. mit Unternehmen habe, die so selbstverständlich Teil unseres Lebens sind und wohl auch als solche akzeptiert werden (müssen), kann ich versuchen dir kurz sagen:
Wenige an der Spitze, die viel bekommen und viel zu sagen haben. Viele unten, die wenig/nichts bekommen und wenig/nichts zu sagen haben. Klingt für mich nach einer Oligarchie (mindestens). Natürlich sieht man das nicht direkt, wenn man sich den Bundestag anschaut. Wenn man sich allerdings (nur als Beispiel) die Vermögens/Besitz-Entwicklung der letzten Jahrzehnte ansieht, dann schon (und dazu brauch ich keine Verschwörungstheorie, das kannst du in unzähligen Statistiken nachschlagen – für fast jedes Land der Erde).
@ Jens:
Ich absolviere ein wissenschaftliches Studium das mit dem “Master of Science” endet, es handelt sich also nicht um das, was du als “Ausbildung” verstehst (fuer mich ist ein Studium in jedem Fall eher Ausbildung als generelle Bildung, aber das ist Ansichtssache). Ich mache hier so gesehen nichts anderes als in meinem WiWi-Studium in Trier, habe allerdings andere Mittel zur Verfuegung und eine bessere Betreuung. Nur um es klar zu stellen: Der wissenschaftliche Standard ist hier – mindestens – auf dem gleiche Niveau als in Trier (u.a. 2 Nobelpreisträger). Aus dem Fakt, dass es sich um eine private Hochschule handelt (wie im uebrigen auch die meisten renommierten US-Universitäten), kann man keine direkte Beeinflussung der Förderer auf das Geschehen ableiten (zumal die meisten Förderer Privatpersonen sind, die eh schon seit längerem verstorben sind).
Natuerlichen wollen Unternehmen eine bessere Bildung, sie profitieren davon, wie du schon gesagt hast. Allerdings wollen sie genauso eine bessere Allgemeinbildung in der Schule, eine bessere Bildung an staatlichen Hochschulen usw. Es wäre absurd dies nicht zu wollen oder? Daraus sollte man wiederum nicht ableiten, die Unternehmen wuerden einer rationalen Logik folgen und sich Menschen heranzuechten die später nur ihren Zweck erfuellen (genau hier unterscheiden sich wohl unsere Standpunkte).
Um deine Beispiele aufzugreifen: Unternehmen muessen profitabel sein, das hat in erste Linie nichts mit Gier zu tun, sondern mit dem Fakt, dass sie sonst am Markt nicht ueberleben können (ein gewisser Profit muss erreicht werden, das sollte selbst die Linke anerkennen, da es schlichtweg logisch ist). Wie ein Unternehmen Geld verdient ist uebrigens nicht “geheim” sondern jedem halbwegs zugänglich der die entsprechenden Kenntnisse hat, veröffentlichte Bilanzen zu analysieren. Entwicklungsländer sind hier uebrigens auch ein Thema, es gibt mehrere interessante Veranstaltungen dazu (unter anderem eines meiner Wahlfächer: Entrepreneurship in Entwicklungsländern). Themen wie CSR, Moral und Ethik sind hier ausserdem zentral (im Gegensatz zu Trier, wo diesen Themen weder verpflichtend waren noch ueberhaupt behandelt worden sind).
Zum Thema Rationalität: Die Förderer dieser Hochschule haben keinen direkten Vorteil, nur ein sehr kleiner Anteil der Studierenden arbeitet später fuer eines der involvierten Unternehmen. Man kann also nicht davon sprechen, dass es sich um “gewinnmaximierendes” Verhalten handelt. Trotzdem bin ich dankbar, dass ich hier ein sehr gutes Studium kostenlos absolvieren kann, genauso wie ich dem dt. Staat dankbar bin in Trier ein kostenloses Studium absolviert zu haben. Ich sehe es eben nicht als “Grundrecht” an auf Kosten anderer Leute zu studieren (wohl der nächste Punkte in dem wir uns widersprechen). Daraus leite ich fuer mich allerdings keine Verpflichtungen ab – ich habe nicht vor fuer eines dieser Unternehmen zu arbeiten (genau genommen fuer gar kein Unternehmen als mein eigenes).
Zu deiner Systemkritik: In Teilen stimme ich mit dir ueberein, Millionengehälter sind nicht notwendig. Insofern gefällt mir das schwedische System auch deutlich besser, da “Normalverdiener” hier wesentlich besser entlohnt werden als in D, Spitzenverdiener aber sehr viel schlechter (20-30% des Gehalts dt. Spitzenmanager). Was ich allerdings kritisch sehe ist die Beeinflussung dieser Gehälter durch Externe (wie den Staat). Von mir aus kann er die Steuern erhöhen (muss dabei allerdings auch die Konsequenzen bedenken), kann aber nicht Gehälter deckeln oder ähnliche Eingriffe vollziehen. Die Lösung dieses Problems ist mitnichten einfach, erst recht nicht so einfach wie linke Politiker es proklamieren (das gleiche gilt fuer andere sensible Themen wie den Mindestlohn).
@ Tellerrandphobie
Klar muss Profit gemacht werden, aber genau das ist der Punkt, der dann ja auch kritisiert wird. Profit ist das Ziel im Kapitalismus. Nicht Gleichberechtigung, oder ein Leben ohne Armut (nicht nur im Bezug auf Geld) für alle Menschen ist das Ziel.
Und zu deinem Statement zu meiner Systemkritik:
Vielleicht hast du mich falsch verstanden, aber 20-30% weniger für Spitzenmanager ist eine Lachnummer, wenn du dir anschaust, wie viel die Menschen verdienen, die die Baumwolle für ihre Anzüge pflücken (ohne die Manager wohl ziemlich nackt da stehen würden). Wieso ist 10 Stunden harte Arbeit so viel Wert, dass man sich für seine sechs köpfige Familie 2 Zimmer teilen muss und Hunger leiden muss, während ein anderer 10 Stunden am Schreibtisch sitzt und fast nicht nachkommt mit Geld ausgeben. Das waren jetzt zwei Extrem-Beispiele, aber es zeigt die Funktionsweise ganz gut. Früher hatten wir in der industriellen Revolution die Lohnsklaven noch vor der Tür, haben das Elend gesehen und mussten mit ihrem Zorn klar kommen (bzw. sie einfach erschießen lassen, siehe Nachkriegszeit 1. WK). Heute haben wir unsere Sklaven einfach in Entwicklungsländer “outgesourced”. Damit hat man das Problem, dass alle sehen wie dreckig es dem Proletariat geht, elegant gelöst. Ein Hoch auf die Globalisierung.
Ok, du stimmst also mit mir in dem Punkt ueberein, dass Profit eine Grundvoraussetzung fuer das Ueberleben eines Unternehmens ist. Der Profit ist meiner Ansicht nach auch nicht das Problem, solange er nicht die einzige Groesse ist an der sich Unternehmen messen. Natuerlich gibt es einige Unternehmen die sich ausschliesslich hauptsächlich am Shareholder-Value ausrichten. Allerdings sind diese Unternehmen nur ein kleiner Teil von den Millionen von Unternehmen die wir haben. Es gibt auch zahllose positive Beispiele, wie die Grameen Bank, die zur Lösung unserer Probleme beitragen.
Das Hauptproblem sehe ich eher in der generellen Gier der Menschen. Diese Gier ist Teil unseres Wesens und auch fuer unser vorankommen unabdinglich, wie Einstein bereits treffend bemerkt hatte. Diese Gier ist leider in den letzten Jahrzehnten ein wenig ausgeufert -generell, in allen Schichten, vom HartzIV-Empfänger bis zum Top-Manager. Diese Gier in Kombination mit ungleichen Machtverhältnissen und beschränkten Ressourcen fuehrt also zu der derzeitigen Situation, die wir beide nicht als optimal einstufen.
Wir haben meiner Ansicht nach also verschiedene Stellschrauben die Situation zu verbessern: 1. Die Änderung von Machtverhältnissen, 2. mehr Ressourcen zur Verfuegung zu stellen und 3. etwas gegen die ausufernde Gier zu unternehmen.
Option 1 erscheint mir wuenschenswert aber kaum durchsetzbar, die Gier des Menschen (mehr zu haben als andere – mehr Macht, mehr Ressourcen, mehr Geld, mehr von allem) ist hier das Hindernis und der Grund warum es in der Geschichte der Menschheit noch nie auch nur annährend zu einem “power equilibrium” kam.
Option 2 und 3 im Zusammenspiel scheinen mir eine realistischere Lösung zu sein. Mehr Ressourcen bereitzustellen (was ja seit Jahrzehnten getan wird) bringt nichts, wenn die Gier der Menschen zu stark ist und die Ressourcen stark ungleichmässig verteilt werden. Wir brauchen also ein Umdenken, eine Restriktion unserer Gier im Allgemeinen. Nur ein Beispiel: Die Ressource Wasser ist derzeit schon in vielen Teilen der Welt knapp und wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Deutsche verbrauchen im Schnitt 30 mal so viel Wasser wie Menschen in Dritte-Welt-Ländern. Wir brauchen halt unseren Kaffee (140l pro Tasse), unser tägliches Fleisch (bis zu 15000l pro kilo) und unser Bier (1l =300-500l Wasser). Prokativ formuliert: Allein die Öttingerflaschen auf dem obigen Bild verbrauchen Ressourcen von denen denen deine beschriebene Familie monatelange ueberleben könnte (noch mal zum Verständnis: Geld, unser fiktives, eigentlich ansich wertloses Zahlungsmittel ist nicht das was real knapp ist, sondern Ackerland und Wasser zur Produktion einer ausreichenden Nahrung). Dass auch ein ganz normaler Student in diesem Sinne gierig handelt wird gerne ausgeblendet – es fehlt einfach das Bewusstsein dafuer, oder es wird gar verdrängt. Schuld ist ja das Unternehmen, dass meine Nachfrage befriedigt (Öttinger in diesem Fall). Mit dieser Position – “die anderen sind Schuld”, die in Deutschland schätzungsweise von 99% der Menschen bei allen erdenklichen Theman vertreten wird, kommen wir kein Stueck bei den bestehenden Problemen weiter. Solange wir nicht von dieser eingeschränkten Position abweichen, kommen wir keinen Schritt weiter, erst recht nicht mit der generellen Verdammung von Unternehmen und des Kapitalismus.
@ Tellerrandphobie
Wir haben da allerdings eine Grundlegend andere Überzeugung über das Wesen des Menschen an sich. Meiner Meinung nach ist der Mensch ein Produkt seiner Umwelt. Die stetig wachsende Gier, wie du sie beschreibst ist, meiner Meinung nach, der immer größer werdende und dauerhafte Einfluss unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems (Kapitalismus) auf den Menschen. Wenn du dir z.B. Eingeborene in Afrika, damals in Amerika oder in Australien ansiehst, so haben diese in Einklang mit ihrer Natur gelebt. Natürlich kann man das von der Bevölkerungsanzahl her nicht vergleichen. Trotzdem haben sie nicht 30 Büffel abgeschlachtet obwohl sie nur 10 essen konnten. Wieder eine Analogie, die vielleicht nicht 100% auf unser heutiges Leben zu übertragen ist, aber dennoch zeigt, wie sich durch den Einfluss eines Wirtschaftssystems scheinbar(!) “der Mensch an sich” ändert. Heute ist das Leben der ursprünglichen Eingeborenen der USA von Alkoholismus, einer hohen Selbstmordrate und Spielcasinos geprägt. Da kann mir keiner erzählen, dass das die Natur dieser Menschen ist, da das historisch widerlegbar ist.
Und um dein Konsumbeispiel aufzugreifen:
Mit den 15000 Litern Wasser pro Kilo Fleisch muss ich dir zustimmen. Für ein Kg Getreide braucht man, die Schätzungen gehn hier weit auseinander, nur ca. 1500 Liter. Mit 300-500 Litern bei Bier ist man noch recht gut dabei eigentlich
. Doch zurück zum Fleisch: Klar müssen wir unsere Ernährung umstellen, wenn wir auch nur annähernd den Anspruch erheben, dass nur eine möglichst geringe/verschwindende Zahl an Menschen auf der Welt hungern soll. Deswegen würde ich, schon alleine aus diesem Grund, jedem/r empfehlen VeganerIn zu werden, was ich auch bin (hier erwähnt um zu zeigen, dass das Bewusstsein da ist und ich dementsprechend handle und nicht nur alles auf andere schiebe
). Aber das alleine reicht nicht. Wenn man sich ansieht wie Spekulanten mit Getreide Millionengewinne einfahren, dann wird mir schlecht. Es verhungern Menschen, weil die damit Geld machen. Aber naja, sie müssen nunmal Profit machen. Und hier kommen wir wieder an den Punkt, wo das System anzugreifen ist. Die “ausufernde Gier” steckt nämlich leider in diesem und ist, meiner Meinung nach, untrennbar mit ihm verbunden. Um nicht unterzugehen am Markt, muss man eben ständig neue Bereiche erschließen, mit denen sich Profit machen lässt. Und je länger dieses System besteht, desto abartiger werden die Methoden, die dazu verwendet werden.
Der Wassermangel ist übrigens auch Schuld großer multinationaler Unternehmen und des IWF. Und nein, das ist keine Verschwörungstheorie. Wie du sicher weißt, fordert der IWF Privatisierungen und Sparmaßnahmen der Regierungen, wenn sie, der IWF, einen Kredit gewähren sollen. Dies führt dazu, dass oft genung (z.B. Ghana, Indien) die Wasserversorgung privatisiert wird und sich die Menschen das Wasser nicht mehr leisten können. Eine bloße Anpassung unseres Konsum wird, wie ich hoffentlich anhand der Beispiele erläutern konnte, so wenig wie die “Eindämmung der Gier” (wie auch immer man das innerhalb des Systems anstellen mag) dazu führen, die Probleme dieser Welt zu lösen. Ebenso werden keine paar Millionen Entwicklungshilfe dazu ausreichen. Wir müssen mal alles umkrempeln hier, sonst sieht die Zukunft noch düsterer aus, als unsere Vergangenheit.
Wo ist eigentlich der Like-Button?
@Tellerrandphobie:
Ich seh schon, die totale Verblendung inkl. Gehirnwäsche ist bei Dir bereits abgeschlossen.
Ich rede nicht von BWL, ich rede von universitärer Forschung und Lehre generell, da gibts wichtigeres als Finanzwissenschaft. Wie gesagt, schau Dir einfach mal die Fakten dazu an, dann wird auch Dir einiges klar.
BWLer, war ja klar
Und: ein Professor ist kein Unternehmen und eine staatliche Uni von diesem schon gar nicht finanziell abhängig!
Finanzwissenschaft ist eine klassische Disziplin der VWL und nicht der BWL!
Eine andere Frage ist natürlich, ob’s auf das bisschen fachliche Inkompetenz in einem Thread der im Moment Linksextremisten dazu dient ihre Vorurteile und Verschwörungstheorien zu verbreiten überhaupt noch ankommt…
(Rätsel für Spitzfindige: Wo fehlen die Kommata/Kommas?)
@ stef:
Genau das ist das Problem der Linken.. jeder und alles was nicht ihrem Weltbild entspricht ist verblendet. Mit dieser Einstellung erreicht ihr garnichts, deswegen bleibe ich auch bei meinem Vorwurf der Weltfremdheit.
Auf deinem kleinen Teller lebt es sich wohl sehr gemütlich, nicht wahr? Staatliche Unis sind nicht von Unternehmen abhängig? Schau dir vielleicht wirklich einfach mal die Fakten dazu an – und rede vielleicht auch mit Leuten außerhalb deines Tellerchens (ja, auch wenn die Geisteswissenschaften mit Abstand das wichtigste Gebiet darstellen).
@ Jens: Ok, ich verstehe deine Auffassung auch, kann sie in Teilen nachvollziehen, aber teile sie nicht. Ich denke es wird hier keinem von uns gelingen den jeweils anderen von seiner Auffassung der Welt zu überzeugen. Dennoch eine interessante Diskussion die man vielleicht an anderer Stelle fortführen sollte.
@ stef
muss Tellerrandphobie recht geben.
Durch Drittmittel sind Universitäten von Unternehmen abhängig und diese können auch die Inhalte beeinflussen. Man braucht schließlich nicht anzunehmen, dass es nocheinmal soetwas wie eine Frankfurter Schule geben wird, wenn die Hochschulen immer abhängiger von Geldern aus der Wirtschaft werden. Das tolle ist übrigens: In Rheinlandpfalz wird die staatliche Finanzierung der Hochschulen teilweise an den Drittmitteln festgemacht: Wer mehr Drittmittel bekommt, bekommt mehr staatliche Gelder. Nun kann man sich fragen, warum eine TU in Kaiserslautern ein Betreuungsverhältnis hat, dass fast doppelt so gut ist wie an der Uni Trier. Außerdem beinhaltet das neue LHG einen Paragraphen, der reine Forschungsprofessuren erlaubt. Wenn das nich mal ein riesen Schritt hin zur Wirtschaft ist. Und wer ist daran Schuld? Der Staat. Dieser beeinflusst uns übrigens ab unserem Eintritt in die Grundschule. Heimlicher Lehrplan und so, mal googeln. Ist also nicht so, als wäre der Staat der bessere Wächter über unsere Bildung, auch dieser vertritt letztendlich Kapitalinteressen.
@Tellerrandphobie
Haste wohl Recht, aber schade
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