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Zwei Verbrechen

29 August 2010 555 views Bisher kein Kommentar von

Dr. Natalia Lebedeva.

Am letzten Freitag fand, anlässlich der 21st International Conference on Higher Education in Trier, ein Abendvortrag zum Massaker von Katyn statt. Im April und Mai 1940 wurden über 21.000 polnische Polizei- und Armeeoffiziere hingerichtet. Nach den Erkenntnissen der Referentin Dr. Natalia Lebedeva von der Russischen Akademie der Wissenschaften geschah dies auf direkten Befehl des Politbüros der KPdSU. Die Opfer waren zuvor während des sowjetischen Überfalls auf Polen nach dem 17. September 1939 in Kriegsgefangenschaft geraten oder verhaftet worden.

Frau Lebedeva führte vor gut vierzig interessierten Zuhörern auf eindrucksvolle Art und Weise aus, wie sie von den verschiedenen Behörden der Sowjetunion über Jahrzehnte hinweg immer wieder an ihrer Aufklärungsarbeit gehindert wurde. Nur durch Zufall, Glück und eine Verkettung ungewöhnlicher Ereignisse gelang es ihr im Staatsarchiv des NKVD (des Staatssicherheitskomitee der Stalin-Ära) bis zuletzt streng geheime Akten ausfindig zu machen und zunächst über eigenhändige Abschriften für die G eschichtswissenschaft zu nutzen. Wie die Autorin zahlreicher Aufsätze und Monographien zu diesem, lange nicht nur in der Sowjetunion und in Polen tabuisierten, Thema deutlich machte, war es selbst in der Zeit von Glasnost und Perestroika nicht ungefährlich, sich mit einem der dunkelsten Kapitel sowjetischer Geschichte so detailliert auseinander zu setzen.

Vortrag Katyn 3

Dr. Natalia Lebedeva und Ignaz Bender

Die Versuche ganzer Generationen von Verantwortlichen das Geschehene zu verheimlichen wurden von Frau Lebedeva aufs Entscheidendste verurteilt. So seien eigentlich sogar zwei Verbrechen begangen worden, zum einen die Massenhinrichtungen an sich und zum anderen die versuchte sich über ein halbes Jahrhundert hinziehende Verschleierung der Tat.

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