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Ärger um Rückmeldungen

29 August 2010 1.379 views 3 Kommentare von

Als in der vergangenen Woche über den Mikroblogging-Dienst Twitter einigen Studierenden der Politikwissenschaft bekannt wurde, dass sie nur noch bis zum 15. September Zeit haben sich zurückzumelden war der Schock offensichtlich groß. Grund für die Verwirrung ist eine Terminverschiebung bei den Rückmeldungen in einigen Fächern. Wegen der Begrenzung der Zulassungszahlen durch einen NC musste die Rückmeldefrist vom 22. Oktober auf den 15. September vorverlegt werden. An diesem Tag endet die Möglichkeit zur Rückmeldung für alle NC-Fächer.

Da die Rückmeldung im Fach Politikwissenschaft in den letzten Jahren jedoch meist erst kurz vor oder sogar erst kurz nach Beginn der Veranstaltungen erfolgen musste, sorgt die neue Frist für Verwirrungen. Zwar gab es diese Regelung auch schon im vergangenen Wintersemester, dennoch haben sich scheinbar noch nicht alle Studierenden auf die neue Situation eingestellt. Problematisiert wird vor allem die Informationspolitik seitens der Universität und der einzelnen Fächer. “Die Politikwissenschaft hat es bis heute noch nicht einmal geschafft diese Friständerung auf ihrer Homepage bekannt zu geben.” erklärt AStA-Sprecher Enzo Sarnelli.

“Die Informationen sind da.”

Dafür seien die Fächer auch nicht zuständig berichtet Rainer Theis, Sachgebietsleiter des Studentensekretariats, im Gespräch mit TrUNews. Das Studentensekretariat sei verantwortlich für die Bekanntmachung der Rückmeldungsfristen und zu mehr sei man auch nicht verpflichtet. Dieser Pflicht habe man Rechnung getragen, indem man auf den Aushangflächen und auf der Homepage des Studentensekretariates darauf hingewiesen habe. “Die Informationen sind da und frei zugänglich. Wenn man will ist im Internet alles zu finden.” verteidigt Theis das Vorgehen der Verwaltung. Darüberhinaus werde man in einer E-Mail nochmals auf die Rückmeldefristen hinweisen. “Das ist Service für die Studierenden. Dazu sind wir nicht verpflichtet.” so Theis.

Dass die Informationen nur an bestimmten Stellen verfügbar gemacht werden können und z.B. nicht auf den häufig frequentierten Seiten der Fächer oder im LSF-Portal hänge mit internen Zuständigkeiten in der Uni-Verwaltung zusammen. Dies sei aber auch garnicht notwendig, denn “Eigentlich sollte jeder Studierende wissen, dass er diese Informationen auf den Seiten des Studentensekretariats bekommt.” ergänzt Theis.

Auch im Dekanat des Fachbereichs III sieht man die Angelegenheit so. In einer E-Mail an TrUNews sagt Fachbereichsreferent Werner Grasediek: “Grundsätzlich liegt die Kompetenz des Einschreibeverfahrens beim Studierendensekretariat, das auch die Studierenden entsprechend informieren kann, da es über die Adressen und sonstigen notwendigen Daten verfügt. Das Dekanat FB III ist lediglich tangiert bei Studierenden, die sich im Magisterprüfungsverfahren befinden.” und diese habe man am 19. August nochmals per E-Mail an die Rückmeldung erinnert.

Exmatrikulation ist kein Knockout

Auch die Antwort auf die Frage, was passiert, wenn ein Studierender es trotzdem versäumt sich rechtzeitig zurückzumelden, gibt Grasediek: Diese “werden vom Studierendensekretariat von Amts wegen exmatrikuliert; sie können jedoch – worauf ausdrücklich hingewiesen wird – innerhalb der Widerspruchsfrist der Exmatrikulation widersprechen.”

Dieser Widerspruch muss in Monatsfrist erfolgen und gestaltet sich bei zulassungsbeschränkten Fächern auch nicht ganz so einfach. Denn zunächst müsse abgewartet werden, ob die festgelegten Zulassungzahlen erreicht werden, erst danach können exmatrikulierte Studierende, die rechtzeitig Widerspruch eingelegt haben, wieder aufgenommen werden. Dennoch sie dies “kein Knockout” so Studentensekretariatsleiter Theis. “In der Politikwissenschaft ist kein übermäßiger Andrang zu erwarten, sodass auch exmatrikulierte Studierende im Widerspruchsverfahren wieder reingeholt werden können.”

“Die Konsequenzen werden nicht bedacht”

Dennoch ist dies für den AStA keine befriedigende Situation. “NCs werden von einzelnen Fächern eingeführt und die Konsequenzen werden nicht bedacht. Nicht nur die Rückmeldefristen verschieben sich, auch die Fristen für die Bewerbung für einen Studienplatz werden entsprechend nach vorne verschoben.” berichtet AStA-Sprecher Sarnelli.

Das Gesamtbild das sich ergibt ist vielschichtig. Auf der einen Seite findet sich eine Uni-Verwaltung die bei den Aufgaben Service und interne Abstimmung dringenden Nachholbedarf hat. Strikte Zuständigkeitsgrenzen im administrativen Bereich verhindern eine optimale und studierendenfreundliche Informationspoitik. Auf der anderen Seite steht eine Studierendenschaft, die sich mit der Situation abfinden und selbst nach den uniseitig angebotenen Informationen suchen muss. Um dies zu erleichtern will nun auch der AStA auf den ihm zur Verfügung stehenden Kanälen nochmals auf die Rückmeldung aufmerksam machen. Ein Umdenken auf allen Seiten ist schon deshalb notwendig um zukünftig vergleichbare Situationen zu vermeiden. Schließlich ist nicht ausgeschlossen, dass auch andere Fächer davon betroffen werden könnten.

3 Kommentare »

  • Darius said:

    Irgendwie erinnert mich die Uni-Verwaltung in dieser Hinsicht ein wenig an die Vogonen bei Douglas Adams. In diesem Sinne:

    »Hier spricht Prostetnik Vogon Jeltz vom Galaktischen Hyperraum-Planungsrat. Wie Ihnen zweifellos bekannt sein wird, sehen die Pläne zur Entwicklung der Außenregionen der Galaxis den Bau einer Hyperraum-Expreßroute durch Ihr Sternensystem vor, und bedauerlicherweise ist Ihr Planet einer von denen, die gesprenkt werden müssen. Das Ganze wird nur etwas weniger als zwei ihrer Erdenminuten in Anspruch nehmen. — Es gibt überhaupt keinen Grund, dermaßen überrascht zu tun. Alle Planungsentwürfe und Zerstörungsanweisungen haben fünfzig ihrer Erdenjahre lang in Ihrem zuständigen Planungsamt auf Alpha Centauri ausgelegen. Sie hatten also viel Zeit, formelle Beschwerde einzulegen, aber jetzt ist es viel zu spät, so ein Gewese darum zu machen. — Was soll das heißen, Sie sind niemals auf Alpha Centauri gewesen? Ja du meine Güte, ihr Erdlinge, das ist doch nur vier Lichtjahre von hier. Tut mir leid, aber wenn Sie sich nicht einmal um Ihre ureigensten Angelegenheiten kümmern, ist das wirklich nicht mein Problem.«

  • Trierer said:

    Am schlimmsten finde ich die Einstellung des Studentensekretariats. Was hat die Zuständigkeit damit zu tun, diese für jeden Studenten essentielle Information so spärlich rauszugeben?! – Schon mal was von… Service gehört? Niemand kann was dafür aber dagegen!

  • Jan said:

    Ich finds sowas von lächerlich.
    Das Studentensekretariat war zwar fähig, mir einen Brief zu schreiben, dass sie ab dem Wintersemester Studiengebühren von mir haben wollen. Aber eine Info zu dieser vorgezogenen Rückmeldung konnte mir niemand geben. Ich vermute da bösen Willen, dass man über diese Hintertür die Studierendenzahlen zurückschrauben will.

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