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Ahoi, die Piraten sind da!

25 Juli 2010 563 views Bisher kein Kommentar von Tobias Schneider

Für die meisten Hochschulpolitiker fast unbemerkt gründete sich vor kurzem eine neue politische Hochschulgruppe an der Universität Trier. Plötzlich war auf der Liste der Hochschulgruppen auf der Homepage der Universität der Vermerk “HSG Piraten” zu finden. Höchste Zeit also sich mit “den Neuen” einmal näher zu beschäftigen. TrUNews sprach mit Jessica Lindemann, 24, Studentin der Computerlinguistik und Philosophie und 2. Vorsitzende der Piraten und Felix-Nicolai Müller, 26, Student der Psychologie und Piraten-Schatzmeister.

“Wir wollen etwas bewegen. Wir entstammen einer anderen politischen Kultur, als die anderen Hochschulgruppen und wollen so etwas frischen Wind in die Hochschulpolitik bringen.” fasst Müller das Ziel der Hochschulfreibeuter zusammen. Zwar sind sowohl Müller als auch Lindemann auch Mitglied der Piratenpartei, doch sehen sie die Arbeit der Hochschulgruppe deutlich getrennt und unabhängig vom Parteiengagement. Als Neulinge in der Hochschulpolitik zeigen sich die Piraten gut informiert und ideenreich.

Die Piraten sehen derzeit viele Defizite an der Universität und auch in der Hochschulpolitik, die sie mit neuen Konzepten angehen wollen. Gerade bei den Studierenden der neuen BA/MA-Studiengänge wollen sie ansetzen. Die Studiengänge sollten studierbarer werden. Die Mobilität sollte durch flexiblere Anerkennungsverfahren erhöht werden.

Auch im sozialen Bereich sehen die Piraten viel Verbesserungspotenzial. So treten sie für günstigere Angebote in Mensa und Cafeterien ein. “Man könnte zum Beispiel täglich einen günstigen Eintopf oder ähnliches für diejenigen anbieten, für die ein Mensaessen für 2,25 € zu teuer ist.” Auch für die Unterstützung des Flohzirkus, einen Kindergarten zu studentischen Preisen, treten die neuen Hochschulpolitiker ein.

Mehr Transparenz in der Hochschulpolitik ist ein weiteres Ziel des noch unfertigen Programms. “Wer trifft wann welche Entscheidungen? Das ist allzu oft unklar.” erklärt Müller. Die Piraten möchten dafür sorgen, dass Entscheidungsstrukturen z.B. auf Fachbereichsebene vereinfacht werden und es zentrale und aktuelle Informationsmöglichkeiten über Beschlüsse und Entscheidungen gibt.

Die Piraten möchten darüber hinaus die Nutzung von Open-Source-Programmen an der Universität stärken. “Studenten sollten sich keine teuren Programme kaufen müssen, wenn es kostenlose Alternativen gibt.” so Müller. Dies gelte neben dem akademischen Umgang mit diesen Programme auch für eine verstärkte Verwendung in der Verwaltung der Universität.

Schließlich gilt den Piraten als zentrales Ziel der Daten- und Bürgerrechtsschutz der Studierenden. Ein Ärgernis stelle daher die Kameraüberwachung an der Universität dar. “Studien belegen die Sinnlosigkeit solcher Maßnahmen.” berichtet Müller. Man solle viel eher auf bessere Beleuchtung und bessere, konkrete Sicherheitsmaßnahmen setzen. Im Bereich des Datenschutzes wollen die Piraten vor allem dafür sorgen, dass ein besseres Bewusstsein für technische Sicherheitslücken geschaffen wird. “Es kann nicht sein, dass persönliche Daten wie Noten oder ähnliches von Dozenten unverschlüsselt per Mail versendet werden oder, dass in der Adresszeile alle Empfängeradresse offen einzusehen sind.” so Müller.

Trotzdem sich die HSG-Piraten nach eigener Aussage noch in der Gründungsphase befinden könnten sie schon bald den etablierten Hochschulgruppen das Fürchten lehren. Für die StuPa-Wahl wollen sie auf jeden Fall antreten und eine Kandidatur für den Senat ziehen sie momentan ebenfalls in Betracht. Bis dahin wollen sie ihr Programm und die noch im Aufbau befindliche Homepage fertig stellen und sich weiter mit Gleichgesinnten vernetzen.

Bei der nächsten Wahl Anfang Dezember wird es dann wohl heißen: Ahoi, die Piraten sind da!

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