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Neue Entwicklungsperspektiven für die Uni

26 April 2010 383 views Bisher kein Kommentar von

Die Zukunft der Uni kann man nun mit Händen greifen, und zwar in Form des vor wenigen Tagen vom Präsidenten unter dem Titel “Perspektiven 2020″ herausgegebenen neuen Papiers zur Weiterentwicklung der Hochschule. Wer die siebenseitige Broschüre in Händen hält, dem wird zunächst auffallen, dass die “Entwicklungsperspektiven der Universität Trier bis zum Jahr 2020″, so der Untertitel der Publikation, mit sieben Seiten recht knapp bemessen sind. Die aktuelle Ausgabe ist bereits die vierte Überarbeitung der Gründungsideen der Uni aus dem Jahr 1970.

Erarbeitet wurde das Konvolut vom Hochschulrat im Jahr 2007, von diesem ein Jahr später verabschiedet und Ende 2009 vom Senat “begrüßt”, wie es im Vorwort des Präsidenten heißt. Per definitionem handele es sich um “Leitlinien”, die aber als “offenes Konzept” zu verstehen seien. Auch an anderer Stelle im Vorwort wird deutlich, dass die Zukunft der Zukunft der Uni schon in Planung ist, will man doch einen Entwicklungsdiskurs einrichten, der diese Entwicklungslinien einer ständigen Revision unterziehen soll.

Das Papier selbst ist in vier Kapiteln mit 33 Einzelpunkten unterschiedlichen Konkretionsgrades aufgeteilt und bietet dem geneigten Leser neben der Stärkung von Lehre, Forschung und Weiterbildung, dem Ausbau von Kooperation, Wissenstransfer und Praxisnähe, der Optimierung der Infrastruktur auch mit “Kultur der Universität leben” einen Oberpunkt, der nicht selbst erklärend ist – subsummiert der Hochschulrat unter diesem Motto doch die Schaffung eines Forschungsforums zum Austausch zwischen allen Universitätsangehörigen und die Professionalisierung der universitären Außendarstellung – neben der Gleichstellung von Frau und Mann als “strategischer Aufgabe”.

Die Entwicklungsperspektiven weisen neben Selbstverständlichem (“Die Universität Trier unterstützt die Entwicklung interdisziplinärer Forschungsschwerpunkte.”) und teilweise Unkonkretem (“Zusammen leben, lernen und handeln”) auch immer wieder Neues auf (“Die Biologie soll zu einem eigenen Fach [...] ausgebaut werden.”). Liest man das Papier in Gänze, stellt man einige Trends fest: neben der Absicht zur allgemeinen Professionalisierung der Arbeit der Universität zeichnet sich neben einer weiterhin starken Akzentuierung der Geisteswissenschaften eine deutliche Aufwertung der Naturwissenschaften ab. Zudem wird eine Fokussierung der Forschung auf vier Schwerpunktbereiche in Angriff genommen: Diese allerdings bleiben in ihrer konkreten Ausgestaltung noch etwas unpräzise. Direkter werden die Autoren, wenn es darum geht, die angestrebte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu begründen (…:”Gewinnung [...] materieller Unterstützung”) und ein klares Bekenntnis zur Rolle der Universität als Weiterbildungsdienstleister abzugeben (“Die Universität Trier profiliert sich nachfrageorientiert als Weiterbildungsdienstleister.”).

Abzuwarten bleibt, welche Rolle das Papier im realen Leben der Universität, in Gremienberatungen und bei Berufungsverhandlungen haben wird. Dem Vernehmen nach reagierten die Senatsmitglieder eher zurückhaltend auf das vom noch recht jungen Hochschulrat (2004 aus der Taufe gehoben) erarbeitete Werk. An einigen konkreten Punkten wird sich aber leicht feststellen lassen, wie und vor allem wann Forderungen des Entwicklungspapiers, das offenbar kein Leitbild sein will, umgesetzt werden: neben der Einrichtung eines neuen Faches Biologie (den Lehramtsstudiengang, der sich bei der Ersteinschreibung im Wintersemester 2008/09 extrem großen Andrangs erfreute, gibt es ja schon) wird der Ausbau der Bibliothek und das Errichten eines Zentrums zwischen Campus I und II angekündigt. Dieses soll ein Gästehaus und einen Fakultätentreffpunkt enthalten. Auch am geplanten Alumni-Zentrum und der Einrichtung einer internen Qualitätssicherungsstelle werden sich die “Perspektiven 2020″ messen lassen können.

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